Die Winterreise Teil 3

Der Tag in Rotorua fing bewölkt an und nachdem wir vor einem Regenschauer flüchten mussten, waren wir nicht sehr mutig. Glücklicherweise hatten wir unseren Programmpunkt ‚Lake Rotorua und heiße Quellen in bewohnten Gebieten‘ abgehakt und so warteten wir im Auto bis der Regen aufhörte…

 

 

Außer heißer Quellen hat Rotorua auch viel Maorikultur zu bieten.

 

 

Es waren nur ein paar Minuten die wir für Streckenkunde nutzten und dann fuhren wir ohne Regen weiter zu unserer nächsten Station. Wenn man in Rotorua ist, muss man nämlich unbedingt die geothermalen Phänomene aus nächster Nähe betrachten. Wir entschieden uns für ‚Hell’s Gate‘ und wurden nicht enttäuscht!
Anfangs zahlt man wie bei jeder größeren Attraktion Eintritt und begibt sich auf das Gelände.
In unserem Fall war es ein ca. einstündiger Weg durch beeindruckende Landschaft… Und was soll ich sagen, wir hatten strahlenden Sonnenschein. 🙂

Ein kleiner Matschvulkan…

 

 

Auf meinem ursprünglichen Blog habe ich dieses Bild nicht gepostet (wohl aber vorausgewählt). Das Warum könnte nur der Oli der Vergangenheit beantworten. Hier habe ich nun die Chance, euch zu zeigen wie eine Freundschaft sich formte und wie es damals aussah. Ich bin so froh dich in meinem Leben zu haben, Celine! 🙂

 

 

Fast direkt nebenan liegen der blaue und der grüne See. Konnte ja keiner wissen dass man die Farbe nur aus der Luft erkennt und so sahen sie zwar schön, aber doch wie zwei ordinäre Seen aus. 🙂

Wir gingen zurück ins Hostel, ich wechselte meinen Akku für die Kamera und wir kontrollierten noch einmal das Wetter: Bahn frei für einen weiteren Besuch in Hobbiton!
Noch auf dem Weg buchten wir die letzte Tour für den Tag und kamen dann genau 3 Minuten früher an. Die Sonne ging langsam unter, klarer Himmel und etwas Aufregung sorgten für ein geniales Erlebnis.
Mit einer Ladung Filmfakten verschone ich euch einfach und hoffe dass die Bilder genug aussagen. 🙂

Diese ganze traumhafte Szenerie ist übrigens völlig uneinsehbar. Man fährt auch erstmal ein paar Minuten mit dem Tourbus durch die riesigen Weideflächen der Alexanderfarm, bevor man die ersten Anzeichen des Filmsets sehen kann.
Man kann auch nicht wirklich frei herumlaufen sondern geht mit einem Tourguide durch das Dorf. Sehr informativ und auch nicht einengend…

Dieser Baum ist nicht echt. Ein paar Aststücke sind zwar noch echt, aber zu größtem Teil besteht er aus Silikon. 🙂

Hier habe ich die Größe eines Hobbits…

…und hier eines Menschen. 🙂

Obligatorische Bilder von Bag End…

…und von Sams Haus.

Sicht aus dem Green Dragon.

 

 

Da wir wie gesagt die letzte Tour gebucht hatten, gab es einen Vor- und einen Nachteil: Wir hatten zwar freie Sicht und Fotoschussbahn, als keine anderen Touristen durch das Gelände liefen, dagegen war es am Ende schon ziemlich dunkel, was sich eher negativ auf die Fotos auswirkt…

Aber was für ein Tag! Wir sahen: Rotorua, die heißen Quellen in ‚Hell’s Gate‘, einige große Seen und auf den letzten Drücker Hobbiton. Und das Wetter spielte einfach nur perfekt mit!

Die Winterreise Teil 2

Nach dem Rest Spaghetti zum Frühstück begruben wir erstmal Celines Plan, im Tongariro wandern zu gehen. Es sollte nämlich kein passendes Wetter geben und der Veranstalter der geführten Tour war nicht anzutreffen… Wir nutzten die ‚gewonnene‘ Zeit um uns in Richtung Rotorua in Bewegung zu setzen.

Great Lake Taupo

Nach einigen lohnenswerten Fotostopps fanden wir uns in Taupo wieder. Der Lake Taupo ist der größte See Neuseelands und eigentlich ein einziger Vulkankrater.
Auf ihn blickte ich auch damals herab, als ich meinen Fallschirmsprung absolvierte. 🙂

Das bin nicht ich, meine Kamera hat nur Zoom. 😉

Schlechtes Wetter im Tongariro

Neuseeland hat einige beinharte Frauen hervorgebracht. 🙂

Wir wollten nur kurz an der Promenade in Taupo verweilen und so führte uns die Straße bald zu der nächsten Attraktion, den Huka Falls. Meine Worte können hier nicht spektakulärer ausfallen als die Bilder:

Da sich von Taupo bis nach Rotorua die geothermalen Aktivitäten zeigen, sahen wir schon hier Dampf aus der Erde steigen… Im Park ‚Craters of the Moon‘ muss man zwar Eintritt zahlen, bekommt dafür aber auch ordentlich was zu sehen.

Gucke mal: Ein Oli. 😀

Craters of the Moon.

Da es noch zu früh war um in Rotorua einzutrudeln, nahmen wir den Umweg über Matamata. Das ist bekanntlich der Ort wo das Filmset ‚Hobbiton‘ aus Herr der Ringe steht. Wir waren leicht unterinformiert und hiermit sollt ihr an unseren Irrglauben teilhaben: Hobbiton ist nämlich ein gutes Stück von Matamata selbst entfernt. Es gehen aber viele buchbare Busse von Matamata und größeren Urlaubsstädten im Umkreis.
Wir kamen also am eigentlichen Filmset an und schon musste die zweite Wahrheit ans Licht: Hobbiton ist ausschließlich über geführte Touren zugänglich. Also nix mit mal eben abends hinfahren und Bilder machen. Nein, es kostet 75 Dollar und als wir ankamen war schon die letzte Tour ausgebucht. Hätte ich mir ja eigentlich denken können… 🙂
Wir vertagten den Besuch dann, weil wir noch öfter an Matamata vorbeikommen sollten. Solche Sackgassen sind kein Verlust, solange man ein paar gute Eindrücke mitnehmen kann. Und das war bei dem Sonnenuntergang und der Aussicht nicht schwer…

Die i-Site ist die erste Anlaufstelle für Touristen. In Matamata ist sie besonders stilecht…

Da das Sonnenlicht nun immer noch hell schien, nahmen wir uns ein nächstes Ziel vor: Tauranga. Das ist eine große Stadt am Meer, die durch den Berg Mount Manganui geziert wird.

Irgendwo dort liegt Hobbiton…

Mount Manganui im Lichte der untergehenden Sonne.

In Rotorua angekommen kochten wir uns in der eher spärlich ausgestatteten Hostelküche ein Abendbrot und holten nach einer ausgiebigen Unterhaltung den verdienten Schlaf…

An diesem Tag sahen wir: Den Lake Taupo, die Huka Falls, ‚Craters of the Moon‘, Matamata, den Platz wo die geführten Touren nach Hobbiton abgehen, einzigartige Ausblicke auf die grünen Hügel um Matamata und Tauranga (Mount Manganui)…

Die Winterreise Teil 1

Nachdem es die letzte Woche ja eher ruhig auf meinem Blog zuging, soll es nun Stück für Stück den Reisebericht des zuvor angekündigten Roadtrips auf der Nordinsel geben.

Es fing alles mit Planung und Überlegung an. Die Entscheidung über Nord- oder Südinsel fiel, einige Reisegenossen schieden leider in dem Prozess aus verschiedenen Gründen aus und so blieben wir am Ende zu zweit übrig.

Hier herrscht zur Zeit bekanntlich tiefster Winter und so hörten wir wenig ermunternde Worte von den Einheimischen. Auf der Nordinsel schneit es eher wenig, also wäre Regen wintertypisch…

Unser Plan: Die Nordinsel abklappern und so viel wie möglich mitnehmen. Für Celine war diese Woche nämlich die letzte Möglichkeit, die Nordinsel in ihrer Pracht zu sehen. Gut ist, dass wir beide die Ostküste schon gesehen hatten und wir dieselbe verlustfrei auslassen konnten…
Wir hatten keinen festen Plan, nur eine Liste an Dingen die wir sehen wollten und eine Richtung, nämlich nordwärts. Die ersten 2 Hostels waren gebucht und den Rest entschieden wir Stück für Stück nach Lust, Laune und Wetter. 🙂
Ich werde aber so schreiben, als wäre alles schon klar gewesen. 🙂

 

 

 

 

Am Samstag trafen wir uns am kühlen Morgen in der Innenstadt Wellingtons. Zum Autoverleih war es nicht weit und schon standen wir vor unserem kleinen aber feinen Auto. Gut dass wir an Musik-CDs gedacht hatten und sogar an das Ladegerät für den Zigarettenanzünder. Wenn dieser denn noch funktioniert hätte, wäre uns manche Aufregung erspart geblieben…

Vor Reiselust sprühend saßen wir dann im Auto und entfernten uns vom geliebten Wellington. Über eines waren wir uns im Klaren: Bei so einer Reise zu zweit lernt man sich zweifellos sehr gut kennen. Damit nur gesagt, dass wir uns die Zeit über über überhaupt nicht uninteressante Themen unterhielten.

„ANHALTEN!“ unterbrach dann oft das Gespräch und das hieß, dass einer von insgesamt ca. 310 Fotostopps anstand. Das geht so: Man fährt an den Straßenrand (natürlich nur wenn genügend Platz vorhanden ist), springt aus dem Auto, schießt wild ein paar Fotos, sagt Ah und Oh und fährt dann weiter.

Das satte Grün des Winters wird durch die starke Sommersonne braun werden. Ein Grund mehr um die Nordinsel im Winter zu sehen…

TO GLORY!!

Die ikonische Gumboot-Skulptur in Taihape fanden wir nur zufällig durch die Schilder am Straßenrand.

Die erste Station war der Tongariro Nationalpark. Unser Hostel stand im Dörfchen namens ‚National Park‘. Wie ich so begeistert im Artikel ‚Raus aus dem House!‘ im Januar berichtete dass die Landschaft sich so rasant verändern kann, sahen wir dieses Phänomen nun ganz aus der Nähe. Im Tongariro ist es nicht grün, es gibt keine Weiden für die Schafe aber dafür die großen Berge. Schneebedeckt und majestätisch. Sogar einen braunen Golfplatz haben wir gesehen. 😀

 

 

Wir waren reichlich verdutzt beim Anblick dieser Militärübung. Wozu existieren Panzer in Neuseeland? 😀

Aber bis wir am Ziel ankamen, mussten wir uns erst an die winterlichen Streckenbedingungen anpassen. Wegen Erdrutschen war ein Stück des Highways gesperrt und wir nahmen die szenisch wunderschöne Umleitung.

Ein Äquivalent zu Schnee, wie es aussieht. Zum Glück wurde unser Weg nur ein Mal auf diese Weise umgelenkt…

Im Hostel angekommen aßen wir dann ein einfaches Backpackerabendbrot (Spaghetti + Tomatensoße aus dem Glas) und dann waren da die Table Talkers… Das ist eine einfache Sammlung aus persönlichen Fragen und wir haben es erprobt: Sie sind wunderbar um sich etwas näher kennen zu lernen. 🙂

 

 

 

 

Dank der Nebensaison blieben wir in unserem 6-Bett-Zimmer allein. 🙂

Am ersten Tag haben wir einige wunderbare Aussichten am Straßenrand, zwei ruhmreiche Skulpturen und viele umwerfende Panoramen auf die Berge im Tongariro und auf den Nationalpark selbst gesehen. Die herrliche Reiseatmosphäre und die langen Gespräche waren dann für einen gesunden und traumdurchzogenen Schlaf verantwortlich…

Südinsel, die erste

Entgegen meiner Pläne, die Südinsel erst später zu bereisen habe ich vergangenes Wochenende dort verbracht. Und es war großartig!

Die Rahmenbedingungen:
  • 5 Leute, allesamt Au Pairs. Davon 2 Jungs.
  • Ein gemieteter Kombi, ohne USB- oder AUX-Anschluss.
  • Ein Ferienhaus (in Neuseeland ‚Bach‘ genannt) direkt am Mahakipawa Arm des Mahau Sounds.
  • Freitagabend bis Montagabend. Der Geburtstag der Queen ist ein Feiertag hier.

Eine sehr beliebte Verbindung zwischen den Inseln ist die Fähre. Schaukelig zwar, aber wir hatten glücklicherweise ruhige See…

Es existieren viele dieser Baches (Mehrzahl; Bätsches) in Neuseeland. Unser Häuschen war urgemütlich und fein ausgestattet.

Ausblick auf den Mahau Sound. Der gesamte Norden der Südinsel ist mit den sogenannten Sounds durchzogen.

Am Sonntag fuhren wir auf einem gar abenteuerlichen Roadtrip in Richtung Westküste, um die berühmten Pancake Rocks zu sehen. Abenteuerlich weil 5 ausgewachsene Personen in einem PKW.

Segelboot vor Nelson.

Manche Aussichtspunkte bieten bessere Aussicht, manche weniger gute…

Der friedliche Schein an der Westküste wird durch den Auftritt der Sandflies (obstfliegenartige Stechmücken, Größe variiert) getrübt. Aber man nimmt manche Opfer gerne auf sich…

Nach geraumer Zeit, vielen Ratespielen und Blackstories waren wir an unserem Ziel in Punakaiki angekommen.

Die Pancake Rocks sind eindrucksvolle Felsformationen, muss man mal gesehen haben.

Eines Morgens versuchte ich mich, wie bei so vielem zum ersten Mal, an Rührei. 4 Eier für 5 Personen sind aber etwas wenig, falls jemand Mengenangaben sucht.

Das Wasser hinter unserem Häuschen sah aus der Nähe viel interessanter aus. Ist auch ein anderes Gefühl, so schwimmend.

Am letzen Tag besuchten wir den Pelorus River. Wieder eindrucksvoll, wieder wilde Natur. Besonders ist die Tatsache, das genau hier Szenen für die Hobbit-Filmreihe gedreht wurden. (Man stelle sich 13 Zwerge in Fässern auf diesem Fluss vor…)

Dieser Fantail war sehr fotogen, doch wie jeder Vogel der Gattung unglaublich flink. Im folgenden ein paar von hunderten von Fotos.

Hier würde ich auch einen Film drehen. 🙂

Große Gewinnspielfrage: Was ist das?

Noch viel größere Gewinnspielfrage: WAS IST DAS??

Die Reisegesellschaft. (Danke Henry für das Bild.)

Im Rückblick auf die Südinsel kann ich sagen, dass sie sich tatsächlich sehr von der Nordinsel unterscheidet. Wenn auf der Nordinsel runde grüne Hügel das Bild bestimmen, sind es auf der Südinsel größere, braunere und etwas scharfkantigere Erhebungen.
Alles macht einen mächtigeren, wilderen Eindruck und ich war erstaunt, als sich nach kurzer Autofahrt die subtropische Vegetation mit Nadelwäldern abwechselte. Auch Ortschaften und vielmehr Tankstellen sind sehr weit auseinander gelegen…

Das Wochenende war ein sehr guter Vorgeschmack auf meine nächste Reise dorthin. Und ich hoffe dass ich wieder solche Leute erwische mit denen man auf langen Autofahrten Kanons anstimmen kann… 😉

Rugby und Wochenende

Früh aufstehen am Samstag!
Nun, manchmal muss für ein paar Erlebnisse auch Opfer bringen. Außerdem hat der Kleine mich eingeladen.

Es ging also in der Frühe auf zum allsamstäglichen Rugbyspiel. Der liebe Junge hat einmal pro Woche Training, wo ich ihn hinfahre und dann am Samstag das Spiel. Dieses Mal war es ein starkes Team auf der anderen Seite, weswegen wir leider keinen Sieg heimtrugen.

Rugby ist der Nationalsport in Neuseeland. Fast jeder spielt es und jeder ist Fan der All Blacks, der unangefochtenen Nationalmannschaft. Und was für ein Sport das ist!
Irgendwann werde ich noch die All Blacks selbst spielen sehen, aber das kleine Spiel hat mir schon einen ordentlichen Einblick gegeben.

Ich lasse mal Bilder und Bildtitel für sich sprechen…

Rugby wird (wenn ich meinen Vater zitieren darf) ‚mit Hinfall‘ gespielt.

Es ist schon witzig, wie sich die kleinen Bengel und Bengelinnen gegenseitig umholzen. 🙂

Und laufen, laufen muss man können! 😀

Aber Rugby ist nicht der einzige Sport an dem Tag, nein! Danach habe ich einem Netball-Spiel der Ältesten beigewohnt. Auch eine Art Nationalsport, aber eher für Frauen… Mit Stolz durften wir dann mit der Auszeichnung ‚Player of the Day‘ nach Hause fahren. 🙂
Danach gab es noch für die ältesten beiden je ein Indoor-Cricket-Spiel, die Jüngste hatte ein Hockey-Spiel und die Älteste auch noch ein Unterwasserhockey-Spiel. Da sich die Zeiten überschnitten und alle Autos plus Großeltern unterwegs waren, blieb ich aber nach Netball und Rugby daheim…
 
Interessant ist auch, wie viel den Kiwis ihr Sport bedeutet. Eltern treffen sich am Spielfeldrand, es wird geplaudert, die Kinder haben ihren Spaß am Spiel (naja, meistens) und es wird sich aktiv am Vereinsleben beteiligt. Der Wochen- und oft auch Tagesplan richtet sich nach dem Sport und wenn man im Park Cafe sitzt, sieht man um sich herum unzählige Leute die Sport treiben.
 
Hier wird es von Tag zu Tag immer winterlicher und man merkt es nicht etwa am schummrigem grauen Wetter, sondern an der Temperatur. Es ist bitterkalt, aber dennoch scheint die Sonne und die Hügel sind grün. Vielleicht denkt mein Körper im Mai/ Juni auch eher an Sommer als an 10 Grad und Wind…
Da kommt ein beheizbares Bett schon ganz recht. 🙂 Und auch so Sachen wie Schal/ Mütze/ Handschuhe die im Sommer ungeachtet geblieben sind, gewinnen jetzt an Bedeutung…

Neuseeländischer Rasen.

Selten sah ein Friedhof so unglaublich schön aus. Als die Geister langsam aufgewacht sind, wollten wir dann doch lieber weiter. 🙂

Ohariu Bay. Schön kalt. Und schön. 🙂

Heute morgens gab es einen Stromausfall! War ganz spannend für mich und den Jungen, hatten so ein dramatisches Ereignis nämlich beide noch nicht erlebt. Aber nach einer Dreiviertelstunde des Zitterns kehrte wieder Normalität ein. Alle Uhren sind nachgestellt und die Heizungen funktionieren wieder.

Am nächsten Wochenende fahren wir mit ein paar anderen Au Pairs auf die Südinsel. Es gibt dank des Geburtstags der Queen nämlich ein langes Wochenende und das wollen wir gut ausnutzen.

So werde ich meine Pläne, zuerst ausschließlich die Nordinsel zu bereisen gerne über Bord werfen für dieses Abenteuer…

Fototour Mahia

Es gab keine Äpfel mehr, die gepflückt werden konnten. Sie sind noch nicht reif genug, wurde uns gesagt. Was für die Reisekasse nichts sonderlich Gutes bedeutet, freut dagegen den müden Körper.

Die 2 freien Tage würde ich für eine kleine Reise nutzen, sagte ich mir und informierte mich über das Angebot der Gegend.
Viele würden sicher sofort in ihrem Reiseführer oder im Netz suchen, aber Neuseeland lehrt anderes. Ich fragte einen Einheimischen, der nebenbei noch unser gütiger Vorarbeiter ist und dessen Maori-Wurzeln bis zu den Anfängen Aotearoas reichen. Seine Kultur beschäftigt sich viel mit der Umwelt und auch mit historischen Hintergründen. Und er empfahl mir unter vielen anderen Vorschlägen nach Mahia zu fahren. Das ist eine Halbinsel am nördlichen Ende des Küstenverlaufs von Hawkes Bay.
 
Dort hatte er seine Kindheit verbracht und dort seien auch seine Vorfahren erstmals in Neuseeland an Land gegangen. So weit, so vielversprechend… 🙂
Meine Mitbewohner bescheinigten mir den Ort als (unter Einheimischen, weniger unter Touristen) beliebten Urlaubsort und so ging es dann mitsamt Kamera und Schlafsack los.
 
In Neuseeland darf man nicht mehr als 100km/h fahren. Hört sich für uns Deutsche wie eine Strafe an, aber wenn man sich das genau ansieht ist es gerechtfertigt: Die Autobahnen sind (außer Reichweite der Metropolen) bestenfalls mit einer Landesstraße zu vergleichen und zu 90% unmöglich mit (erlaubter) Höchstgeschwindigkeit zu bewältigen. An den Kurven gibt es meistens Richtgeschwindigkeiten, damit man sich nicht verschätzt. Ist für Touristen sehr hilfreich. 😉
 
Die große Freiheit genießend hielt ich überall nach Lust, Laune und Abbiegemöglichkeit an und schoss Fotos. Der erste Halt war am Lake Tutira.

Haus am See

Das Mohaka Viadukt (erbaut 1936, fungiert als Eisenbahnbrücke) ist mit 95 Metern das höchste Bauwerk seiner Kategorie in ganz Australasien.

Im Wald roch es nach Ziegen und ich sah auch welche in einiger Entfernung. Direkt neben dem State Highway 2 leben also Ziegen im Gebüsch, gut zu wissen.

In Mahia checkte ich auf einem, dank Nebensaison sehr günstigen, Holidaypark ein und parkte auf einem der wenigen Plätze mit Meerblick. Ein Holidaypark ist im Grunde ein Hostel ohne Zimmer, weil man mit eigener Behausung (Auto, Zelt, Wohnmobil) anreist.
Aber das Ankommen war nur ein Teil meines Plans…

So möchte man Willkommen geheißen werden.

Ich änderte meinen Standpunkt, um einen klaren Blick gen Westen zu bekommen. Denn obwohl die Sonne hierzulande mittags im Norden steht, geht sie dennoch im Westen unter…

Das bin übrigens ich ohne Bart. 😉

Wolken können auch Schatten auf die Unterseite anderer Wolken werfen.

Nachdem ich die Sonne gebührlich verabschiedet hatte, fuhr ich dann zurück und verbrachte meine erste Nacht im Auto. War ganz schön kalt, aber man muss manche Dinge im Leben ja mal gemacht haben… 😀
So fiel es auch nicht schwer, den Schlaf zu unterbrechen und eine Strecke zu fahren um den Aufgang der Sonne mitzuerleben. Das Gute an der Halbinsel ist, dass sie wie im Westen, so auch im Osten freien Blick auf das Meer gibt. Ich kann nur sagen, dass es sich lohnt! Steht früh auf, geht an einen schönen Platz und genießt dieses überwältigende Spektakel der Natur. Ob ihr währenddessen den Auslöser eurer Kamera oder jemand anderen drückt, bleibt eure Entscheidung. 🙂

Endlich meldet sich die Sonne…

…und der Himmel brennt.

Es wird licht in Neuseeland. Alleine der Wechsel von dunkel zu hell ist majestätisch.

Es ging für mich noch etwas hin und her auf der Halbinsel, bevor ich mich auf den Rückweg machte.

Auch wenn dies und das auf Bildern gut aussieht; wenn man davor steht, ist es viel viel schöner…

Tadaa, wieder was zum ersten Mal: Meine erste Portion Fish-and-Chips. Eins der Nationalgerichte… 🙂

Mein Vorarbeiter sprach auch vom ‚White Pine Bush‘, woran ich auf dem Hinweg erst vorbeifuhr. Jetzt hielt ich aber und durfte mich (als passionierter Tarzan-Fan) dem Anblick des Dschungels hingeben.
Wieder direkt neben dem Highway gelegen, ist das ‚White Pine Bush‘ – Reservat ein totaler Kontrast zur Umwelt. Es ist zwar nachträglich Touristen zugänglich gemacht worden, aber man fühlt sich nicht minder von der Natur umarmt…

Lianen gibt’s! 😀 Hatte leider meinen Lendenschurz nicht dabei, ansonsten hätte ich mich an den Lianen hochgeschwungen und wäre für ein paar Tage im Dickicht verschwunden und hätte Leoparden gejagt, Gorillas gesucht und mich nur von Früchten und Termiten ernährt… 😀

Die Wurzeln der Kahikatea-Bäume dort sind gewaltig.

Ich hole jetzt mal die Wäsche rein, nachher gibt es Auflauf mit so ’ner Tomatensoße aus dem Glas (ist irgendwie in meinen Einkaufskorb gefallen), Hähnchenbrust und Nudeln. 🙂
Morgen dann wieder zur Arbeit und so geht der Alltag… Aber bald, bald wird der letzte Apfel gepflückt sein und dann fängt ein ganz neues Kapitel an…