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Nur noch 6x Schlafen und dann ist meine Zeit hier in Dunedin abgelaufen! Dann werde ich mit meinem Flatmate Andrej gen Norden ziehen und dort in meinem Wellington letztendlich meine Eltern in Empfang nehmen!
Bis dahin muss noch das eine oder andere Lebensmittel verbraucht, die eine oder andere Sache bedacht und geplant und diese und jene Aufgabe ausgeführt werden. Es wird nur langsam klar, dass das Leben der letzten 3 Monate in keinster Weise dem der vor mir liegenden 3,5 gleichen wird.
Ich freue mich schon auf diese Zeit, alles in mir freut sich darauf… 😀

Und ich möchte mich für die positive Resonanz zu meinem kleinen Projekt herzlich bedanken und nun den (vorerst) vorletzten Teil veröffentlichen:

 

 

Die Antwort

Hier ist sie, die Antwort auf die mir am meisten gestellte Frage:

Am 10. Mai 2016 komme ich wieder nach Hause!

Das ist das Datum an dem ein Teil meines Abenteuers aufhört und gleich der nächste aufregende Part anfängt. Denn nach Hause kommen wird ein großes Erlebnis! Ich werde meinen Neffen zum ersten Mal sehen, viele Personen wahrscheinlich kaum wiedererkennen und mich an manches wohl erst gewöhnen müssen…

Aber vor alledem habe ich etwas Wegstrecke vor mir, denn der Grund warum das Datum feststeht sind die gebuchten Flüge.
Ich werde nach ein paar Wochen Australien meinen besten Kumpel dort zurücklassen und selbst nach Singapur fliegen, von dort aus über Land nach Bangkok reisen und mich schlussendlich gen Deutschland wenden…
Reisetipps für die Gegend werden gerne entgegengenommen. 😉

Es ist mir außerdem nur noch ein einziger Monat geblieben, bis meine Eltern hier in Neuseeland landen werden. Die Zeit vergeht so schnell… Ich freue mich schon unermesslich auf die Zeit! 🙂

Nun zum Projekt:

Ich habe mir überlegt, einigen meiner wichtigsten Besitztümer hier auf der Reise die Möglichkeit zu geben, sich zu Wort zu melden.

Hier die Nummer 1:

 

 

Eine klitzekleine Zwischenmeldung

Heute ist es genau 1 Jahr her.

Dann stand ich auf einmal da. Vor dem Flughafen in Wellington. Und dachte mir: „So. Jetzt bin ich also in Neuseeland.“

Und jetzt sitze ich hier in meinem kleinen Zimmer in Dunedin und ruhe mich von meinen (hoffentlich einmaligen) 10-Stunden-Schichten beim Autowaschen aus.

Ich habe mir einen Rückblick erlaubt und ich sehe mich damals als klein und unfertig. Ich wusste von so vielen Dingen nichts. Nun habe ich viel hinter mir und noch viel mehr vor mir. Ich bin gewachsen, habe mich entwickelt, herausgebildet, entfaltet!

Auf der Südinsel danieden

Dunedin (ausgesprochen: „danieden“) soll mein Zuhause für die nächsten Monate werden.

Was braucht man denn ganz grob zum leben: Ein Dach über dem Kopf und einen Job oder Geld.
Ich habe einen Job und eine WG. 🙂
 
Jeder sagt mir, es gäbe viel Arbeit als Elektroniker hier. Haha, Pustekuchen! Ich habe jetzt 5 Arbeitsvermittlungsagenturen auf die Suche geschickt (die haben den besseren Draht zu Unternehmen als ich reisender Schnösel), und es gibt einfach keine offene Stelle. Die Wirtschaft ist auch eher in einem Tief, sodass wahrscheinlich ein anderer Beruf als in meinem Feld her muss.
Kommt Zeit, kommt Rat.
 
Zur Zeit wasche ich Autos für einen Verleih am Flughafen, was tatsächlich Spaß macht. 🙂 Man darf die Autos fahren (eher parken, aber trotzdem) und lernt die Technik in allerlei neuen Modellen kennen…
Dazu sind die Kollegen einfach suuper nett, was es noch angenehmer macht. (trotzdem gibt es weniger Kaffeepausen als ‚gewohnt‘ 😀 )
 
Das zum Job. Auch das Dach über dem Kopf will gefunden werden. Für eine kurze Zeit bin ich bei einem Sozialleistungen beziehenden Opa eingezogen, was ein..sehr interessantes Erlebnis ist.
Aber ab nächstem Sonntag werde ich endlich in meine eigentliche WG umziehen. Mit Studenten und einem sauberen Klo. 😀
 
Nun, all das spielt sich also in Dunedin ab. Dunedin ist eine wunderschöne, wunderbar alte Stadt.
In den 2,5 Wochen habe ich munter geknipst und die besten Bilder wie gewohnt für euch entwickelt und eingeklebt. 😉

 

 

Baldwin Street: Die steilste Straße der Welt gerade mal nebenan…

 

 

Am Gipfel wird man mit Kunst belohnt.

 

 

Da wir nicht den richtigen Weg zur richtigen Bucht gefunden hatten, parkten wir das Auto an einer schönen Stelle und stiefelten einfach so in Richtung Meer. Merke: Diese Methode hat 100% Erfolgsgarantie in Neuseeland. 😉

 

 

Fotografiekurs mit Tina: Lektion Portraits

 

 

Keine Touristenströme, keine rollstuhlgeeigneten Wege, keine Infotafeln. So kann man auch genießen.

Das Wetter in Dunedin ist perfekt wechselhaft. Von Tag zu Tag ändert sich das Klima, es kann von Stunde zu Stunde von grauem Dauerregenwetter zu strahlendem Sonnenschein wechseln. Und das mehrmals hintereinander!

 

 

Der Frühling steht in voller Blüte!

Hier wohne ich. Von außen Hui. 😉 (mein Zimmer ist aber ganz in Ordnung)

Stadthalle und Bibliothek.

Hochkant für Celine. 😉

Tulpen für Papa. 🙂

Der Stadtkern heißt ‚The Octagon‘, also das Achteck. Ein malerischer Ort…

Ein berühmter Ort ist auch der Bahnhof. Englisch klingt es schöner: Railway Station. 🙂

 

 

‚Parking No‘

Und zum Abschluss noch etwas Geometrie:

 

 

Die neue Freiheit

Mein Erbe für die Familie: Das Grundgerüst zu einem Wachturm im Garten.

Jetzt bin ich frei!

In dem Moment an dem ich 200 Meter von dem Haus entfernt war, wurde mir klar: Ich muss nie wieder zurück, das Kapitel ist abgeschlossen und ich bin einmal mehr frei von aller Pflicht!
Ich war überwältigt.

Das Wochenende war noch gut gefüllt mit Unternehmungen mit den anderen Au Pairs, aber doch tritt nun etwas Leere ein die gefüllt werden will.

Ich sitze nach dem ersten großen Tag der Freiheit in meinem Hostelzimmer und denke über den Tag nach.
Ich habe mich heute in Wellington auf den Aushängen verschiedener Hostels nach Jobs umgesehen und mich online mehrfach beworben. Frühstück und Abendessen gibt es hier im Hostel kostenlos (wenn auch ’nur‘ begrenzt) und das erleichtert die Rechnung für das Tagsbudget erheblich…

Natürlich ändert sich das Leben in vielen Bereichen, wenn man die Gastfamilie verlässt: Man muss nach draußen gehen, um das kostenlose WLAN in der Stadt zu nutzen, man kauft sich das Essen selbst, man hat den Tag für sich und entscheidet selbst wieviel soziale Interaktion man hat, man lebt im Hostelzimmer (welches in meinem glücklichen Fall zur Zeit nur mich beherbergt) und kann gehen und kommen wann man möchte.

Vielleicht wird mich meine Reise ja auch von meinem geliebten Wellington wegführen, wer weiß… Es ist ja alles offen.

So wie keine der Wäscheklammern weiß, welches Kleidungsstück sie als nächstes halten wird, weiß ich auch nicht, welche Position ich bald bekleiden werde…

Das Ende der dritten Zeit

Ich habe auf meiner Festplatte die Neuseelandbilder in Ordner eingeteilt. Die erste Zeit, wo ich in Wellington, Taupo, Rotorua und Napier gereist bin. Dann die 2. Zeit, wo ich in Hastings gelebt und gearbeitet habe und die dritte Zeit hier in der Familie.
Und in schon 2 Wochen wird die vierte Zeit anbrechen.

Wenn Au Pairs ihre Familien verlassen, ist das eine unangenehme Sache. Die eine Stimme im Kopf sagt dann: „Na das ist ja mal gründlich in die Hose gegangen!“ und die andere Stimme freut sich über einen Schritt hin zurück zum Glücklichsein.

Was ist geschehen?
Wenn 2 fremde Welten auf engem Raum miteinander leben, kommt irgendwann das Innere der Menschen zum Vorschein. Und wenn diese Grundsätze nicht miteinander harmonieren, können beide nicht auf Dauer glücklich sein.
Und in meinem Fall haben sich diese Dinge als nicht vereinbar erwiesen. Ja, ich war glücklich am Anfang und hatte auch eine gute Zeit und ein gutes Leben hier. Nur wurde gerade in der letzten Zeit klar, dass es nicht auf Dauer funktionieren könnte.
Indizien dafür, dass die Zeit als Au Pair gut ist, sind: Man graut sich vor dem Abschied und sehnt ihn nicht herbei. Man freut sich auf den nahenden Sommer und Frühling. Man verbringt gerne und viel Zeit mit seiner Familie.
Da diese Dinge leider nicht zutrafen, entschloss ich mich zu handeln.

Wie soll es weitergehen, ist die nächste logische Frage?
Mit einem eigenen Auto sind mir alle Wege offen… Ich werde aber sofort wieder eine Familie suchen, denn nur weil es in dieser Familie nicht geklappt hat, heißt noch lange nicht dass ich nicht weiter Au Pair sein sollte.
Ansonsten könnte ich auch einen Job jeglicher Art annehmen und mir so etwas die Reisekasse aufbessern. Und wenn ich mir so überlege…ich hatte schon lange keinen Lötkolben mehr in der Hand. 🙂

 

 

Aufdass bald wieder Friede herrsche!

 

 

Als ich am Wochenende mit meinen lieben Freunden durch die Straßen Wellingtons ging, wuchs der Wunsch frei zu sein, nicht mehr zurück zu müssen, frei atmen zu können…

Und dieser Wunsch wird sehr bald in Erfüllung gehen. Es ist nichts leichtes oder einfaches für alle Beteiligten, aber wenn man nicht glücklich ist, soll man schnellstmöglichst dafür sorgen dass es sich ändert.
Ob es nun feige oder tapfer ist…