Eine Business-Zwischenmeldung

Mein Blog soll jetzt mein Leben zum Thema haben, da die große Reise abgeschlossen ist.

Was davon wichtig und berichtenswert erscheint, schreibe ich gerne für euch nieder. Da stellt sich nun die Frage: Was ist wichtig genug?

Hier greife ich einmal ein Thema auf das damals, vor meiner Reise, sehr präsent in meinem Leben war: Die Ausbildung.

Ein große Punkt auf der Liste der ‚Wiedereingliederung‘ ist eine Arbeitsstelle.
Wie viele wissen habe ich eine abgeschlossene Ausbildung zum Elektroniker hinter mir und wollte mich nach meiner Rückkehr frei orientieren am Arbeitsmarkt.

Da mein Interesse schon seit jeher dem Computer in all seinen Erscheinungsformen gilt und mir heutzutage einzig die Bildung (Ausbildung) fehlt um die Leidenschaft als Beruf auszuüben, habe ich mich nach Wegen umgeschaut in die Richtung.
Und siehe da, der beste ersichtliche Pfad ist ein IT-Unternehmen am Ort, welches ihre Ausbildungsplätze für dieses Jahr noch zu belegen hat.
Also wurde mir ein Praktikum angeboten, um mich zwischen den unterschiedlichen Ausbildungsberufen entscheiden zu können. Darauf freue ich mich sehr, eine einmalige Möglichkeit!!

Ich kann mich sehr gut mit dem Gedanken anfreunden, eines Tages als zweifach ausgebildeter IT-ler dazustehen und in einem florierenden Unternehmen Fuß zu fassen.

Das mal so zu meinen Karriereplänen. Mal sehen, vielleicht passiert in den nächsten Tagen ja noch was erwähnenswertes? 🙂

Woche 3

Ich habe es mir ein wenig gemütlich gemacht. Anstatt der Deckenlampe spendet die am Boden stehende Kugelleuchte gedämpftes Licht. Mein Thermos steht mir zur Seite und ich habe Musik angemacht. Leise, denn es ist ja schon spät…
Draußen prasselt der Regen an die Fensterscheiben, die Nacht wird von Blitz und Donner zerrissen…

Mir schwirrt der Kopf ein wenig. So viele Dinge erlebe ich und ebenso viele kommen auf mich zu und noch mehr Dinge schiebe ich vor mir her. Von Treffen mit lieben Freunden aus der Heimat und solcher die man in Neuseeland kennengelernt hat über Autoformalitäten, Geburtstagen, Arbeitssuche, technischen Plänkeleien am Computer und häuslichen Pflichten bis hin zu den lieben Theaterproben.

Von einer solchen bin ich gerade zurückgekommen. Und da ist es mir wieder in den Sinn gekommen. Es ist fast alles genauso wie es war. Nicht viel verändert sich. Und auch man selber erscheint in diesem alten Licht so gewohnt als wäre man nie weg gewesen. Man geht durch die mehr oder weniger bekannten Straßen in die mehr oder weniger bekannten Ecken und muss gar nicht daran denken. An die 17 Monate, die man im Ausland war. An die Zeit wo die Familie und Freunde, die einen jetzt wie selbstverständlich umgeben, mich vermisst hatten.

Man fällt allzu leicht in alte Gewohnheiten zurück, wo man sich doch ‚dort‘ so gefreut hatte sie abzulegen. Es geht jetzt ja auch so. Es geht ja auch wie früher.
Was bleibt dann? Sind es nur die Mitbringsel, die man in das Regal stellt? Sind es die Fotos, die man auf der Festplatte hat? Sind es die ‚dort‘ gekauften Klamotten?
Es sind die unzähligen Erinnerungen. Es sind die vielen neuen Kontakte, die man sich nicht erträumt hatte eines Tages zu pflegen. Es sind die Freunde, die man sein Eigen nennen darf. Es sind die Schritte die man gehen musste, hin zur Selbstständigkeit und Selbsterkennung. Es sind die Lektionen, aus denen man fürs Leben gelernt hat.

Und das alles war jetzt. Es liegt hinter mir. Es liegt da und es ist nun an mir, damit etwas anzufangen. Was habe ich gelernt? Was wende ich an? Wie beeinflusst diese lange Zeit meines Lebens mein Dasein?

Ihr seht, auch für tiefe Gedanken bleibt mir Zeit…
Ich denke, also bin ich.

 

 

Die Heimkehr

Ich habe gerade den Rasen gemäht und vorm Haus gefegt.

Alle Handgriffe saßen, als ob ich es erst gestern zuletzt getan hätte. Dann wieder nach oben in mein Zimmer und erstmal Musik an. Mein alter Computer läuft auch wieder und im Browser stoße ich auf einen Ordner mit Lesezeichen.
Da lese ich von Reisetipps, Packlisten und Neuseeland… Nie war diese Sammlung an Informationen unwichtiger für mich als heute.

Denn ich war da. Überall bin ich jetzt gewesen.
Man informiert sich, plant, geht hin, erlebt und…erinnert sich. Das ist der Ablauf.

Aber bevor ich hochphilosophische Thesen erbringe, wollte ich euch an dieser Stelle von dem Moment erzählen als ich ankam. In Deutschland. Daheim.

Nach einem angenehmen Flug, auf dem mir zu viel Deutsch geredet wurde (lag an der Fluggesellschaft) und einer kleinen Wartezeit nahm ich meinen Koffer mit auf die letzte Etappe.

Bevor meine Reise in den Armen meiner Familie ihr Ende nahm, machte ich ein letztes Foto:

Ehe ich es fassen konnte, saß ich neben dem als ob selbstverständlich dastehenden Flügel, lauschte den bekannten Tönen der Hände meines Bruders und hielt ein kleines Kind im Arm.
Zu meiner großen Überraschung war auch Vincent mitsamt Eltern Teil des Empfangs! Ich ließ mich einfach mitreißen und schon waren wir auf der Autobahn.

Meine Lieben haben mir den lang angekündigten Wunsch erfüllt und tatsächlich hielten wir an einer Raststätte an um uns an erlesener Speise gütlich zu tun.

Überbackene Brötchen mit Mamas Guacamole. 🙂

Und dann, dann war ich zu Hause. Alles bekannt und doch alles neu…

Wieder hier

Ich hab‘ jetzt ja Zeit.

Zeit, mich einzuleben. Zeit, wieder mehr zu korrespondieren. Zeit, die vergangenen 17 Monate aufzubereiten. Zeit, in Ruhe alle Leute wiederzusehen.

Zeit… Eine Woche ist zerronnen wie nichts!

Jetzt sitze ich hier im Schlaraffenland. Mama kocht wieder ihre umwerfenden Mahlzeiten, meine so vermissten Lautsprecher tun ihren Dienst und die Aufrüstbauteile für meinen Computer werden auch schon nach und nach geliefert.

Alleine mit diesem Eintrag warte ich schon ein paar Tage zu viel.
Habe ich euch nicht versprochen, weiter zu berichten? Gut, die meisten meiner Leser können jetzt einfach wieder mit mir reden, aber doch möchte ich hier nicht faul werden!

Deshalb nutze ich diesen Artikel dazu, zurück daheim das Blogger-Eis zu brechen. Nähere Artikel zur Heimkehr an sich und zu Eindrücken der nächsten Tage kommen nach. Denn erste Eindrücke reißen auch nach einer Woche nicht ab!

In den weichen Federn von Hotel Mama kann man schnell in einen tiefen Schlaf fallen.
Aber das wäre doch zu schade um alles, was es zu erleben und entdecken gibt!

Meine Reise geht weiter, bleibt dran!

Jeder Tag gehört irgendwann der Vergangenheit an…

Eine bedeutungschwere Zwischenmeldung

Sonnenuntergang über dem Fjordland:

 

 

Wir sind mal wieder an einem Ziel angekommen. Jeden Tag eine große Autofahrt, aberwitzige Landschaften und immer neue Behausungen.
Am Ende der einzelnen Tage bleibt wenig Zeit für das Internet, man ist müde und braucht den Schlaf für den nächsten Tag der den vorherigen toppen will.
 
Hier also eine kleine Übersicht, schnell noch vorm Schlafengehen für euch.
Leider bekommt ihr keinen ausgefeilten Bericht über Gefühle und Erlebtes, dafür aber eine kleine Platte an visuellen Eindrücken serviert. 😉

Six Barrel Soda, ein Juwel Wellingtons!

Überfahrt auf die Südinsel durch die Malborough Sounds. Zum ersten Mal im Hellen für mich. 😀

Hochkant für wen?? 😉

 

 

Meinen Eltern zeige ich fleißig Plätze an denen ich schon war mit vielen Erinnerungen an gute alte Zeiten. 🙂

Die Westküste. Prädikat optional.

Im Winter damals waren in Punakaiki zum Beispiel wenige Zikaden am knattern. 😉

 

 

 

 

Ihr müsst mir verzeihen, wenn ich gerade in dieser so besonderen Zeit weniger poste als wir alle es gerne hätten. Aber nur eins ist doch wichtig, dass wir glücklich sind. 😉
Ich bin es, aus 1000 guten Gründen!! 😀

 

 

Mama und Papa sind jetzt hier!

Ich sitze auf der Terrasse und esse Frühstück. Ganz Backpacker-stilechte Baked Beans, genieße die sommerliche Hitze und die herrliche Aussicht auf die Wellington umgebenden Hügel.

Papa sitzt neben mir, isst seine erste Portion Baked Beans on Toast, erklärt mir Details um Teak-Holz, aus dem der Tisch gefertigt ist und hebt eine Besonderheit der neuseeländischen Baukunst nach der anderen hervor. Mama ruht noch nach unserer späten Ankunft nach dem langen Flug gestern, Schlaf ist kostbar.

Jetzt höre ich aber ganz genau zu, wenn meine Eltern mir einen Rat oder einfach Informationen über die Umwelt weitergeben. Denn in 14 Monaten fern vom Zuhause lernt man wohl zu schätzen, was Eltern für das eigene Leben bedeuten.
Besonders wenn man eine Zeit hinter sich hat, die die eigene Person geformt hat und wo man so manches Mal seinen innersten Werten gegenüber stand. Ich persönlich durfte sehr oft meine Eltern für bedeutende Facetten meiner selbst verantwortlich sehen.
Ich möchte viel mehr über diese wundervollen Menschen erfahren und sie noch mehr kennenlernen als bevor.

Es ist einfach unglaublich, die selben altbekannten Personen um sich zu haben, die man so lange nicht gesehen hat. Und dazu noch in Neuseeland, fern vom gemeinsamen Zuhause.

Schon in fast zu natürlicher Manier gehen wir an der Waterfront in Wellington entlang, trinken Kaffee in den Cafes wo wir noch vor kurzer Zeit mit Freunden zusammen saßen, besuchen Orte an denen ich mir meine Eltern zwar herbeigewünscht hätte, aber nie gedacht hätte dass sie eines Tages HIER sein würden.

Ich zeige ihnen viel Neues, das kann man schon sagen. Aber ich merke sehr gut dass sie mir ebenfalls immer noch genauso viele neue Dinge beibringen können.
Ich glaube dass die nächsten Wochen welche der besondersten in unserem Leben sein werden!