Retrospektive Teil 1

Sobald wir aus Dänemark zurück waren, ihr erinnert euch oder schaut nach dem wohltuenden Beitrag, wurde es Zeit für die Bühne.

Es sollte erstmal das letzte Stück gewesen sein, da ich mich auf die Ausbildung konzentrieren wollte. Denn die Bühne fordert das ihre und ich hatte andere Prioritäten. Aber niemand kann sagen ich hätte es nicht genossen! In der Tat habe ich ein paar Komfortzonen dafür verlassen.

Gewisse persönliche Pflegeaspekte habe ich zugunsten des verlorenen, wiedergekehrten und immer noch geliebten Sohnes aufgegeben. Aus einem Wal geschnitten, voll von Weisheit und grausigem Weltbild, unerschrocken und verrückt, kam er püntklich zum Ende der Welt nach Hause. Ein lustiges, kraftvolles und schräges Stück war das. Und nicht zuletzt dem tollen Ensemble geschuldet. Und fürchtet euch nicht: Ich möchte wieder hingehen. Die schwarzen Bretter beehren und einmal wieder in eine andere Haut schlüpfen.

Kurz bevor das Jahr zum Ende kam, gab es noch zwei Highlights: Den Herbst in all seiner Pracht. Warum ich diese Jahreszeit erwähne? Weil ich da an ein-zwei Tagen Bilder gemacht habe. Aber ich behaupte, etwas vom Kern der Stimmung eingefangen zu haben.

Das andere Highlight war die Entdeckung einer neuen Plattform. In einem Netzwerk das schon lange über das rein bildliche Format hinaus ist, habe ich meine besten Bilder nebst stimmungsgefüllten Beschreibungen und kitschigen Hashtags zu posten angefangen. Und das macht Spaß, schaut rein.

Nachholbedarf

Langes Schweigen ist schwer zu brechen.

So ein Schweigen haben wir hier erlebt.

Aber das ist nun vorüber.

Ich habe mein Leben eher still und strebsam gestaltet. Wie ihr wisst, habe ich nach der großen Reise eine Ausbildung angefangen. Das war mein mittelfristiger Plan. Bis er vollendet war. Mein Leben hat sich ein weiteres Mal verändert. Ich glaube, ich habe mich weiterentwickelt.

Bis zu diesen Tagen war es ein solider Trott, im Grunde. Aber nun heben sich die Winde und das Wasser weitet sich.

Alle Philosophie mal beiseite (Zwillinge sollten Phil(lip(pa)) und Sophie genannt werden. Dann kann man einfach nach Philosophie rufen.), denn die vergangene Zeit war nicht ohne Wunder und Freude. Die vielen Monate des Schweigens waren nicht still.
Ehrlich gesagt waren sie gefüllt mit Freunden, Errungenschaften und Liebe.

In einer Art Rückblick möchte ich euch davon berichten. Es könnte eine kleine Reihe von gesammelten Leckerbissen werden.

Also bleibt dran und werden Zeugen von ‚Sir Oliver Evolves‘!

Ein Jahr daheim

Kein sehr ungewöhnlicher Tag heute.

Wir hatten unseren vollen Schultag der Woche, dann habe ich mich etwas mit meinem Onlinenebenjob befasst, Teile zur Autoreparatur beschafft, habe mir die Skripte für die kommenden Theaterstücke angelesen, mit Mama und Papa eine herrliche Guacamole gezaubert, viel Musik gehört, mich auf die Arbeit und meine Kollegen vorgefreut und dennoch. Dennoch ist dieser Tag ein besonderer.

Heute vor exakt einem Jahr kam ich an. In Deutschland zurück. Nach 17 Monaten. Lange, wohl verlebte Monate.
Im ganzen Alltagstrott kommt man nun kaum dazu, Rückschau zu halten.

In diesem vergangenen Jahr bin ich zu Großen Teilen ‚angekommen‘. Habe nicht nur einen tollen neuen Job in Form der Ausbildung, sondern ein Unternehmen gefunden zu dem ich gehören darf.
Habe manche Hobbys weitergeführt, habe viele Aspekte des Lebens neu kennen und schätzen gelernt, habe sogar weiter (im kleinen Stil) gereist und das weiter mit euch geteilt.

Natürlich nicht genauso hochfrequent wie damals, als es wirklich jeden Tag neue Dinge zu erleben galt. Heute sind wie der Alltag auch meine Pläne etwas langfristiger geworden. Anders war es auch nicht zu erwarten.

Ich möchte auf ein Bild heraus, welches meinen Gedanken gut illustriert:

Mitte Dezember 2014 stand ich erstmals an dieser Stelle.

Damals ging ich den Mount Victoria in Wellington hinauf und wunderte mich immer wieder über die grandiose Aussicht, die man bekam sobald der Aufstieg über eine Kuppe führte.

So sind die Tage aktuell bestimmt nicht alle leicht oder zuckersüß, aber es gibt genügend dieser Kuppen auf dem Weg, wo sich ein wunderbares Panorama aufmacht. Und ich will höher, will noch mehr davon sehen und den Berg bis zum Gipfel erklimmen.
Dort oben kann man dann eine Zeit lang stehen, die Sicht in sich aufnehmen und genießen. Und sich von dem Standpunkt aus den nächsten Berg ausgucken, den man bewältigen möchte…

Ihr hört von mir. 🙂

Veränderung

8 Monate lebe ich nun das Leben des Heimgekehrten. Das ist nicht einmal die Hälfte der Zeit, die ich im Ausland verbracht habe. Es war klar, dass es viel Veränderungen geben würde. Gegenüber der Zeit davor, gegenüber der Zeit dort und dem Leben jetzt. Dem Leben danach.

Alleine das Begehen des neuen Jahres gab mir zu denken. Wo war ich in 2016 überall? Ihr könnt es alles nachlesen. Vom schönsten Ende der Welt über einen aufregenden Kontinent zum nächsten bis in die vertraute Heimat führte mein Weg.
Und wo werde ich 2017 sein? In meiner Heimatstadt. In einer Ausbildung. Und das wird nicht das letzte Jahr dieser Art sein. Nach vielen Monaten kurzfristigster Pläne ist nun mein Leben wieder auf Schienen gestellt. In einem Blogeintrag vor 3 Jahren sprach ich genau diese Worte bereits aus. Aber damals wusste ich nicht von dem Gegenteil. Vom Leben ohne Schienen.

In Neuseeland gab es die Zeit über kaum Bindungen. Orte, Menschen und Lebensstile konnte man ganz einfach auswechseln und natürlich auch die besten behalten. Wellington, das Leben in einer WG und meine neu gewonnenen Freunde sind mir bis heute lieb und teuer.
Aber auch diese Bindungen mussten früher oder später getrennt werden. Wenn man weiterzog, umzog und sich die Umstände veränderten. Das Schönste ist dann, sich wieder zu treffen. Ob dort oder hierzulande… Manches verändert sich in jedem unserer Leben, aber wenn die wichtigsten Seile bestehen ist dann alles so wie vorher. Unverändert.

Jede Entscheidung die man trifft, zieht Veränderung nach sich. Damals habe ich mich entschieden, in eine WG in Hastings zu ziehen und habe Freunde fürs Leben davongetragen. Wir sind mit ein paar Au Pairs, die sich teils noch nie davor gesehen haben, für ein kurzes Wochenende auf die Südinsel gefahren. Heute sind wir immer noch wahre Freunde. Und Wellington ist um unzählige herzliche Geschichten reicher! Die Au-Pair-Familie habe ich verlassen, mitsamt Wellington. Nur um auf der Südinsel wieder großartige Freundschaften zu schließen, tolle Arbeitsstellen zu belegen und wieder in einer unglaublichen WG zu leben. Als ich dann mit meinen Eltern und auch mit Elvis reiste konnte ich viele Orte und Freunde noch einmal wiedersehen, bevor ich tatsächlich weiterzog.

Viele Heimkehrer sehen gleich zu Anfang alle Unterschiede zu dem Leben im Ausland und zu dem was vor ihnen liegt. Und viele haben Schwierigkeiten, sich wieder einzufinden.
Mir fiel es anfangs nicht schwer, mich an ‚Mamas Schoß‘ zurückzugewöhnen. Es hat sich nichts so stark geändert, als dass man nicht das Leben führen konnte welches man zuvor gehabt hatte.
Und der Schwung war ja vorhanden, die Leute wiedersehen, viele Male erzählen wie mir Neuseeland gefallen hat und sich vor allem für einen Berufsweg entscheiden, den man für eine längere Zeit gehen möchte.

Jetzt habe ich diesen Weg betreten und merke, dass diese Entscheidung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der letzten größeren war für einige Zeit.

Wisst ihr noch, als ich mich am Ende der Zeit in Neuseeland nach einem geregelten Leben sehnte? Jetzt habe ich es. Und jetzt ist es gerade dieses Element der allgegenwärtigen Veränderbarkeit, was mir fehlen möchte.

Ich weiß dass es für mein berufliches Vorhaben gut ist, ein geregeltes Leben zu haben. Sich zu konzentrieren. Stetigkeit zu leben. Einen Rahmen, Schienen zu haben.
Ihr merkt an meinem Blogverhalten, dass sich Anzahl und Unterschiedlichkeit der Beiträge etwas zurückziehen. Unter anderem genau deswegen führe ich den auch Blog weiter, damit man auch sieht wie das Leben sich verändert.

 

Dies ist mein Beitrag zum Thema ‚Homecoming‘. Natürlich bin ich schon lange daheim und kann es kaum mehr fassen, so lange unterwegs gewesen zu sein. Aber erst jetzt wird mir klarer was es bedeutet. Und ich mag es in so breiten Themen lieber, aus Sicht des ‚Big Picture‘ zu berichten als aus dem Moment heraus. Gerade wenn es um ein Fazit wie dieses geht.
Nur keine Angst, dies ist auch nur ein Zwischenfazit! Denn soviel weniger Veränderung ich nun erlebe; es kann immer noch alles passieren.
Und nicht an letzter Stelle beeinflusst man selber diesen Vorgang…

Spielt der Wind mit meinem Blatte

Kalt. Grau. Dunkel. Fallende Blätter. Herbstluft. Clementinen. Dicker Pulli. Kurze Tage. Nebel. Kaminfeuer. Gelbe Blätter.

Auf einmal ist der Sommer dahin.
Mir macht das nicht viel aus, um ehrlich zu sein. Vielleicht dem Umstand geschuldet, dass mein letzter deutscher Herbst 2 Jahre in der Vergangenheit liegt. Und mein letzter Winter hier ist nun beinahe 3 Jahre her.

In jeder weiteren Woche, die ich auf der Arbeit und in der Schule verbringe, wird mir der Unterschied von diesem Leben zu dem welches ich gute 1,5 Jahre lang gelebt habe klarer.

Ich hatte mich ja am Ende danach gesehnt, wieder an einem Ort bleiben zu können. Echten Alltag zu erleben. Nicht nach ein paar Monaten wieder mit allem Hab und Gut unterwegs zu sein. Und es ist auch gut so.

Mein Neffe sagt schon immerzu meinen Namen (klingt wie Oui oder englisch ausgesprochen Owee) und kann mehr und mehr Schritte alleine machen.

Zum Schreiben von Blogposts muss man zweierlei haben. Einmal etwas Spannendes zu erzählen und dann noch Zeit (und vielleicht noch den Kuss der Muse).
Leider muss ich mir eingestehen dass diese Punkte überwiegend ausbleiben wollen. Zumindest zur Zeit, wo die Mischung aus Ausbildung, Theaterstück und ganz nebensächlich dem Privatleben kaum Raum zum Luftholen lassen.

Ich vermisse die Zeit im Ausland, wo man kaum andere Verpflichtungen benennen konnte als Essen und Schlafen. Und vielleicht Fotos machen. Jeder der lange fern vom Zuhause war, wird wissen dass die Heimkehr nicht leicht ist. Auch wenn erst alles wieder so vertraut ist, hat sich doch viel verändert. In einem selbst und an dem Ort wo man wieder steht. Das wird noch dauern, dass zu verarbeiten und einzuordnen.

Aber auch wenn man heute nicht mehr auf Schritt und Tritt seine Kamera dabei hat, kann man trotzdem noch gute Treffer landen.

Das Leben ist kein Ponyschlecken, hörte ich mal jemanden sagen. Wie wahr. Da muss man hier und dort kürzer treten um schwierigere Zeiten durchzustehen. Aber ein paar (Reise-) Pläne habe ich ja schon noch für die nächste Zeit, so ist es ja nicht…

Ihr hört von mir.

Klar Schiff!

Ich mag es, neue Lebensabschnitte sauber zu begehen.

 
Also habe ich mein Zimmer aufgeräumt, meine Ordner für den Papierkram neu geordnet und sogar ein bisschen ausgemistet. 😀
 
Die Projekte, die ich mir für ‚vor der Ausbildung‘ vorgenommen hatte sind erledigt und ich fühle mich ziemlich bereit.
Zweieinhalb Monate sind nun vergangen seit der Heimkehr und es ist nicht viel Großes passiert. Aber das ist nicht schlimm, denn es ist doch genug passiert. Genug um morgen eine neue Ära in meinem Berufsleben einzuläuten und genug um mich an das deutsche Leben gewöhnt zu haben.
 
Aber alles was ich jetzt sage, sage ich im Hintergrund meines bisherigen Lebens. Mal sehen was sich ändert wenn der August erst seinen Lauf nimmt… 😉