Neue Situationen

Es gibt 2 Wege: Entweder bloggt man an jedem Tag über seine neuen Eindrücke (und das sind viele viele viele), oder man lässt die erste Arbeitswoche ganz ungestört auf sich wirken und berichtet in der Rückschau auf das Erlebte.
Ich habe mich für Letzteres entschieden. 🙂 Lest nun die geballte Masse an Erlebnissen meiner ersten Arbeitswoche als Au Pair:

Man befindet sich in der Situation, selbst den Bodenwischeimer zu füllen und die Böden zu waschen (sind glücklicherweise nicht viele Flächen).
Man befindet sich in der Situation, seinen Willen gegen den eines aufbegehrenden Kindes durchzusetzen, Strafen aufzuerlegen, streng zu sein.
Man befindet sich in der Situation, Kinder nach dem großen Sturm in die Arme zu schließen und ihnen zu zeigen dass man sie trotz allem immer noch lieb haben wird.
Man befindet sich in der Situation, den Tag zu planen, vorauszudenken und dann mit einem reibungslosen Ablauf belohnt zu werden.
Man befindet sich in der Situation, wo man sich um die Wäsche sorgt, darauf achtet dass die Schuluniform auch sauber ist und man hinter die Kulissen des ewigen Kreislaufs blickt.
Man befindet sich in der Situation, Mehl, Butter, ganz viel Zucker und vergleichbares zusammenzumischen und mit banger Hoffnung in den Ofen zu schieben.
Man befindet sich in der Situation, wo man in zufriedene Gesichter sieht, die eine Mahlzeit hinter sich oder die sortierte Besteckschublade gesehen haben.
Man befindet sich in der Situation, an einem Dance-off zur Abwechslung von den Hausaufgaben der Kinder teilzunehmen.
Man befindet sich in der Situation, wo man begreift dass etwas heißes Wasser und Seife im Spülbecken den Abwasch erstaunlich einfach erscheinen lassen.
Man befindet sich in der Situation, wo man merkt dass es nicht nur für die Kinder gut ist, wenn sie früh schlafen gehen. Für die Erwachsenen ist das nämlich auch was ganz tolles. 🙂
Man befindet sich in der Situation, in Eigenregie Katzenkotze vom Teppich zu entfernen.
Man befindet sich in der Situation, sein Leben rund um die Uhr als Vorbild zu gestalten, zu seinen Prinzipien und Aussagen zu stehen und dabei noch fair und weise zu handeln.
Man befindet sich in der Situation, seine eigene Zeit sinnvoll einzuteilen, die wichtigen Sachen zuerst zu erledigen damit nachher genügend Zeit zum Faulenzen bleibt. (Mit reinem Gewissen, versteht sich. 🙂 )
Man befindet sich in der Situation, seine eigenen Vorlieben und Gewohnheiten hintenan zu stellen und sich in vielen Bereichen anzupassen…

 

 

 

 

Meine Aufgaben sind es, morgens dem Jungen bei seinen Hausaufgaben zu helfen (zur Zeit eher zu motivieren) und etwas von meinen täglichen Aufgaben zu erledigen, bevor ich ihn zur Schule bringe. Die Schule ist so ziemlich nebenan, sodass das mein täglicher Spaziergang ist; außer im Regen, wir sind ja schließlich aus Zucker. 😀
Jeden Tag ist es mein Job, den Wäschekreislauf in Bewegung zu halten, das heißt die Wäsche aus der Waschmaschine auf die Leine (wenn’s regnet drin, weil Zucker oder so) hängen und nachher den jeweiligen Besitzern zuzuordnen. Das ist momentan noch etwas schwer, aber ich hoffe die Kinder tauschen das unter sich aus. 🙂
Neben generellem oberflächlichem Ordnung halten ist an 4 Tagen der Woche auch das Abendessen von mir auf den Tisch zu bringen. Gerade in der ersten Woche ist das ganz schön abenteuerlich, denn wann habe ich schon mal Meatpies gebacken oder Chicken-Nuggets selbst paniert? Aber es ging (dank sauberer Instruktionen und dem was von Zuhause in meinem Kopf übrig ist) glatt und zu aller Zufriedenheit aus…
Was sehr gut ist, dass ich tatsächlich für alle meine Aufgaben eine Liste habe. Die Familie hatte schon einige Au Pairs, was sehr viel Sicherheit im Umgang miteinander bietet. Man selbst ist zwar neu, ein Au Pair aber schon lange nicht mehr.
Am Nachmittag hole ich meinen Jungen von der Schule ab und wenn die Mädchen nach Hause kommen, gibt es bald Essen und an jedem Tag Aktivitäten. Sei es Schwimmunterricht, Taekwondo, Rugbytraining, und so weiter. Meine Aufgabe ist es, die Kinder dort hinzufahren und ja darauf zu achten dass sie davor genug gegessen haben. Aber mit dem guten Plan meiner Hostmum ist das alles zu schaffen. 😉
Jeden der 5 Tage gibt es dann noch spezielle Aufgaben, wie mal durchsaugen, wischen, was backen, Mikrowelle Putzen… Alles in allem sehr gut zu schaffen, sodass einige freie Zeit bleibt am Tag.
Und die nutzt man dann etwa so wie die Haustiere:

 

 

ZzzzZzzzZzzzZzzzZ

 

 

Man kann sich beinahe daran gewöhnen, jeden Tag neues zu lernen und neue Dinge zu tun. Doch mit jeder Tätigkeit, die man ein zweites Mal macht wird einem bewusst: Bald wird das alles Alltag sein, bald werde ich all das blind können, keine Liste mehr brauchen, keine grundlegenden Fragen mehr stellen müssen. Dann zählt nur noch, mit wie viel Begeisterung man den neuen Tag betritt…

Eine neue Zeit bricht an!

Die rhythmischen Schläge des Schlagzeugs unterbrechen meinen sonst eher unerschütterlichen Schlaf und ich weiß genau wo ich bin: In Wellington. Nicht für eine Woche, nein. Diesmal für lange lange Zeit…
Kommt es mir so vor als hätte ich bis jetzt eine ‚lange‘ Zeit hier in Neuseeland verlebt, so wird mir bei dem Gedanken, die nächsten neuneinhalb Monate an einem einzigen Ort zu verbringen doch ein wenig mulmig.

Wie fühle ich mich denn? Gute Frage, welche eine aussagekräftige Antwort nach sich ziehen soll:

Mein T-Shirt ist wieder über und über voll von Katzenhaaren, sie sind einfach zu kuschelig. Mein Kopf ist mit Gedanken an all‘ das Gute gefüllt, was ich in den letzten Tagen erlebt habe. Vom herzlichen Abschied mit meinen Mitbewohnern in Hastings, der Autofahrt durch die herrliche, beinahe unwirklich erscheinende Landschaft bis hin zum enthusiastischen Empfang hier in der Familie. Mein Magen verdaut Fish’n’Chips (Gibt es hier jeden Freitag. 🙂 ) und das Stück Schokokuchen. Es ist spät, gerade habe ich noch mit dem Gastvater bei einem Tee etwas Comedy im Fernsehen geschaut. Schwierig, zwischen Akzent- und Kulturverschiebung noch den Humor zu erkennen, aber dennoch hat es sich zusammen angenehm lachen können.
Mir ist nicht kalt, nur Hände und Füße frieren immer etwas. Das wird sich aber mit der elektrischen Heizdecke wieder relativieren. Ist das nicht der Traum für kalte Nächte? 😀 Ein Schalter umgelegt und die Matratzenoberfläche ist warm wenn man sich in die Decken kuschelt… Den Luxus habe ich in der einen Woche in Hastings vermisst. 😀
Ja, ein weiteres abgeschlossenes Kapitel fühlt sich gut an, zumal ich so ziemlich Zeuge der gesamten Ernteperiode war, denn ich habe jede Apfelsorte mitbekommen. Besonders wenn die Jahreszeit mit hineinspielt, kommt es einem dann vollendet an. Es ist nämlich mittlerweile Herbst geworden. Den heißen Sommer habe ich größtenteils auf der Plantage verbracht, aber die letzten Tage waren schon von gelben, fallenden Blättern und goldenen Sonnenstrahlen geprägt. So sehen die letzten Seiten im Kapitel ‚Arbeitsleben in Hastings‘ jetzt beinahe romantisch aus…

Ich habe es mehr als satt und freue mich, endlich keine Äpfel mehr ernten zu müssen. So schön es am Ende auch aussah…

Wusstet ihr, dass Äpfel im wahrsten Sinne des Wortes knusprig sein können?

Die letzte Sorte: Pacific Rose

Ich habe jeden Arbeitstag einen Müsliriegel zum Frühstück gehabt und die Verpackung stets in die Mittelkonsole gesteckt. Die Ernte hat nicht enttäuscht. 😀

 

 

Alles in Allem fühle ich mich sicher in dem was ich tue, denn meine Art ein Leben zu führen kam in der WG allem Anschein nach sehr gut an. Es spricht nichts gegen eine tolle Zeit hier in meinem neuen Zuhause.

Was sich auch geändert hat, sind die Lebensumstände. War ich vorher reiner Selbstversorger, so nutze ich jetzt das Shampoo und Duschgel mit, kaufe Milch auf Rechnung der Familie (habe hier bisher übrigens nie Milch für mich gekauft) und habe ohne große Gewissensbisse beim Gedanken an die nächste Stromrechnung eine längere Dusche. Ah, was Wasser angeht gibt es einen genialen Fakt: Es ist KOMPLETT KOSTENLOS!!! Nur das aufheizen kostet je nach Methode (Strom oder Gas) mehr oder weniger und sogar das Abwasser ist gebührenfrei. 😀

Beim Abholen meines Jungen von der Schule die nur 5 Minuten vom Haus entfernt ist wurde mir wieder klar, in was für einer schnieken Gegend wir uns befinden. Große Eingänge, extravagante Bauten, hohe Zäune und feine Autos zieren diesen Vorort der Hauptstadt. Ich freue mich, so nah an der kleinen Großstadt zu sein. Denn das beschreibt Wellington am besten. Man fühlt sich nicht verloren, man kann aber immer wieder neue feine Ecken entdecken. 🙂

Courtenay Place ist eine der aktivsten und bekanntesten Straßen Wellingtons.

 

 

Was eine der größten Herausforderungen wird, ist die Kinder vom allgegenwärtigen Bildschirm wegzubekommen. Denn für die Schule haben die älteren beiden einen eigenen Laptop; iPods und Smartphones sind immer da und die fesseln bekanntlich die Aufmerksamkeit sehr zuverlässig.
Also wenn gewiefte Eltern, Geschwister, Au Pairs oder ErzieherInnen gute Methoden wissen, immer raus damit: Ich werde alle Tricks brauchen. 😉

Ich werde in nächster Zeit hoffentlich mehr Zeit zum Bloggen nutzen, denn jetzt beginnt ja der eigentliche, der interessante Teil. Und es passiert so viel mehr, als wenn man nur arbeitet und dann den halben Tag nicht wirklich was zustande bringt. Jetzt steht mehr Aufregung, mehr Abwechslung und mehr Aufatmen auf dem Plan! Davon sollt ihr natürlich nichts verpassen… 😉

Die ersten Tage in der Familie

Hier ist er nun, der Post, wie er in allen Au Pair Blogs auftaucht.

Viele der Posts dieser Art sind von großer Begeisterung und vielen neuen Eindrücken des Landes geprägt. Bei mir ist das nicht anders, nur dass das Land selbst mir lange nicht mehr fremd ist…

Den ersten Tag, nachdem ich am Vorabend mit dem Bus ankam, habe ich alleine im Haus verbracht. Die ganze Familie war unterwegs und so hatte ich viel Zeit, mich mit meinem neuen Zuhause vertraut zu machen. Abends gab es sogar ein kleines Quiz, in welcher Schublade zum Beispiel die Socken des Jungen liegen. Habe so ziemlich alles gewusst und damit hoffentlich nicht zu große Hoffnungen erweckt. 😀

Ich lebe also in einem mit großen, schönen Häusern gefüllten und vor allem natürlich windigen Vorort Wellingtons.
‚Meine‘ Kinder sind 2 Mädchen (10 und 5 Jahre alt) und ein Junge (8 Jahre alt) und Kuscheltiere gibt es auch: 2 Burma-Katzen und einen kleinen schnuckeligen Fifi. Die ältere Katze sitzt gerade auf meinem Schoß und legt ihren Kopf auf mein Handgelenk.

Diese erste Woche ist zum eingewöhnen sehr gut, zumal ich beim Pflücken der letzten Äpfel viel Zeit habe, das neue Wissen zu verdauen und mich mental zu rüsten.

Neben 3 supersüßen Karten wurde auch die Pinnwand mit Willkommensgrüßen in meinem neuen Zimmer geschmückt. Als 9. Au Pair der Familie fühlt man sich sofort in eine solide Routine aufgenommen.

 

 

Die Kinder (wie es in Neuseeland sehr verbreitet ist) machen eine Menge verschiedener Sportarten wie beispielsweise Taekwondo. Meine Aufgabe wird es sein, sie zu all diesen Aktivitäten zu fahren. Und natürlich vieles mehr.

Die Familie ist sehr organisiert und so gibt es für alles einen Plan. Das ist ein gutes Konzept, denn man weiß immer genau woran man ist. Eigentlich ist das auch so bisschen überlebenswichtig, denn man sollte immer wissen WO man gerade im Chaos ist. 😀

Ist auf jeden Fall lustig zuzusehen, wenn laufende Meter Kampfmoves hinlegen. 😀

Wir sind dann an einen Platz in Wellington gefahren, die ich sonst ohne Auto nicht erreicht hätte. Zum Beispiel das Windkraftwerk auf Brooklyn Hill… Wie von allen hoch gelegenen Orten rund um Wellington hat man eine herrliche Aussicht auf die coolste Hauptstadt der Welt. 🙂

 

 

Anders als daheim sind Windkraftwerke hier eher etwas besonderes.

Meine geliebte Stadt…

 

 

Und das Leben hat sich ein weiteres Mal sehr geändert. Jetzt liegen Spielsachen in der Dusche, meine Kleidung ist dank der hohen Kuschelbarkeit der Haustiere mit Haaren gespickt und morgens ist der Schlaf einerseits durch die Aufregung und andererseits durch den erhöhten Geräuschpegel etwas seichter als sonst. Kann aber auch an der fehlenden täglichen Anstrengung liegen. 🙂
 
Zur Zeit sind Ferien und die Kids sind Vollzeit daheim. Die Familie ist recht technikorientiert und deshalb sehe ich oft meine eigene Kindheit, heute mit anderen Augen, vor dem Bildschirm sitzen.
 
Mein Tagebuch enthält nun etwa 4x so viel Information wie sonst und ich kann die Tage kaum auseinanderhalten, weil einfach so viel passiert…

Ich glaube JEDES Au Pair wird mindestens einmal ein Lebkuchenhaus gebaut haben.

 

 

So, nun genug an diesem dicken Beitrag, die Katzen haben sich mittlerweile abgewechselt und die Kinder sollen nicht ein computersuchtelndes Au Pair haben. 😀 Denn auch wenn man nicht direkt arbeiten muss, die Vorbildfunktion muss immer funktionieren…

Mittelschwere Zwischenmeldung

Endlich sind die Granny Smiths fertiggeplückt! Nach einem regnerischen Tag Pause ging es an die nächste Sorte namens Fuji.

Diese Äpfel unterscheiden sich erfrischend stark von den Granny Smiths. Sie sind rot, also findet man sie auf den ersten Blick und muss nicht erst suchen. Die Bäume sind im Gegensatz zu den Grannys winzig, was sich auch auf die Anzahl der Früchte bezieht (also 30 pflückbare Äpfel am Baum, nicht 3000). Und vor allen Dingen: Fujis sind RIESIG!!An diesem Tag habe ich doppelt so viele Bins vollgemacht wie sonst durchschnittlich! 😀 Das war der erste Tag, an dem das Pflücken tatsächlich Spaß gemacht hat…

Auch sonst gab es in den letzten Tagen ein paar (kleine) Erfolge. 🙂
Mein erster Haarschnitt auf neuseeländischem Boden erfolgte, was für mich ein wenig aufregend war. Das war schließlich die 3. Friseurin der ich mein edles Haupt anvertraut habe. 😀 Bin mit dem Resultat sehr zufrieden…

Die Kiwis kennen das so wunderbar schmackhafte Konzept der Käsesuppe nicht!! Da trat aber ich hervor und versuchte mich (wie bei so vielem wieder zum ersten Mal) an dem Rezept. Interessant war dabei, dass es keinen klassischen Schmelzkäse zu kaufen gibt. ‚Cream Cheese‘, eine Art Frischkäse, hat sich dann als Ersatz doch gut gemacht.
Und ich konnte es kaum glauben, ich war wieder daheim in Mamas Küche als ich am Schluss probierte. Auch meinen Mitbewohnern hat es geschmeckt, was den Erfolg noch verdoppelte. 🙂

Jetzt sind es noch 2 Tage, dann wird der eher triste (ihr merkt es an der Anzahl der Artikel) Alltag hier in Hastings von meiner ersten Woche in der Gastfamilie abgelöst. Wie gesagt werde ich danach wieder für eine Woche zurückkommen (wegen der Visumsverängerung) und dann ab Mai Hastings aber endgültig hinter mir lassen. Ich werde auch schon immer aufgeregter und mir wird immer mehr bewusst, wie stark das Leben sich verändern wird.

Immerhin habe ich die letzten 3 Monate nur hier in Hastings verbracht und neben der Arbeit nicht soo viel unternehmen können… Mir stehen also etwa neuneinhalb Monate im geliebten Wellington bevor. Und das wird unglaublich! Völlig neue Aufgaben, viele neue Leute, nicht mehr für alle Lebensmittel selbst bezahlen müssen, ganze Wochenenden frei…
Nun, mehr davon in ein paar Tagen. 😉

Olivia, eins unser 4 Hühner.

Gottesanbeterin mit kaputtem Flügel.

Käsesuppe wie zu Hause. (oder bei Tanta Anna E. 😉 )

Noch eine kleine Zwischenmeldung

Viel zu viel Weißkohl. Das wird mir leider erst klar, als sich eine immense Menge bereits in der bunten Pfanne befindet. Der Rest, vorausdenkend wie das ein guter Koch so macht, ist schon fein geschnitten…

Da muss man jetzt stark sein und Alternativen und Kompromisse suchen. Ja, ein Salat. Aber ich habe nur Schnittlauch, Zwiebeln, Knoblauch und viel Kohl. Etwas einfarbig insgesamt… Ich lasse mich (jung und unerfahren) auf den Vorschlag im Internet ein und hebe dem übrig gebliebenen Kohl eine Mischung aus Knoblauch, Öl, Salz & Pfeffer und etwas abgelaufenem Limettensaft unter.
Damit habe ich also meinen 2. Salat meines Lebens gezaubert und die 24. warme Mahlzeit (Quatsch, als ob ich noch mitzähle 😀 ) fertig gestellt.
Und es schmeckt. Bin halt Mamas Sohn. 😛

Und mit der Zeitumstellung wird das Umgerechne weit schwieriger. Ab dem 5. April bin ich nur noch 10 Stunden voraus… Keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat, aber bei euch wird VOR und bei mir ZURÜCK gedreht. 😀

Mittlerweile pflücke ich wieder Äpfel und ab morgen wird die weltbekannte Sorte ‚Granny Smith‘ geerntet. Unsere Äpfel kommen zwar nicht nach Deutschland, aber dennoch ist der Anblick dieser Bäume umwerfend. Wenn auch nicht zuletzt aus Pflückerperspektive. 🙂

Die Morgen werden hier zunehmend ‚crisp‘ (unser ‚frisch‘ wird hier mit sowas wie ‚knusprig‘ übersetzt) aber es endet dennoch immer in einer Affenhitze. 😀 Ist euch der Schweiß schon mal IN die Ohren geflossen? 😀

4 Arme wären hier die einzig logische Antwort.

Monströs im Gegensatz zu allen anderen Bäumen und voller als die Natur erlaubt.

Die Tage bis zu meiner (erstmal ja kurzfristigen) Ankunft in meiner Familie werden immer weniger und die Erwartung steigt auf beiden Seiten, wie ich hören durfte…
Und dann wird es ganz sicher auch mehr neue Endrücke zu berichten geben. Jetzt fließt das Arbeitsleben ja nur so vor sich hin… 🙂

Fototour Mahia

Es gab keine Äpfel mehr, die gepflückt werden konnten. Sie sind noch nicht reif genug, wurde uns gesagt. Was für die Reisekasse nichts sonderlich Gutes bedeutet, freut dagegen den müden Körper.

Die 2 freien Tage würde ich für eine kleine Reise nutzen, sagte ich mir und informierte mich über das Angebot der Gegend.
Viele würden sicher sofort in ihrem Reiseführer oder im Netz suchen, aber Neuseeland lehrt anderes. Ich fragte einen Einheimischen, der nebenbei noch unser gütiger Vorarbeiter ist und dessen Maori-Wurzeln bis zu den Anfängen Aotearoas reichen. Seine Kultur beschäftigt sich viel mit der Umwelt und auch mit historischen Hintergründen. Und er empfahl mir unter vielen anderen Vorschlägen nach Mahia zu fahren. Das ist eine Halbinsel am nördlichen Ende des Küstenverlaufs von Hawkes Bay.
 
Dort hatte er seine Kindheit verbracht und dort seien auch seine Vorfahren erstmals in Neuseeland an Land gegangen. So weit, so vielversprechend… 🙂
Meine Mitbewohner bescheinigten mir den Ort als (unter Einheimischen, weniger unter Touristen) beliebten Urlaubsort und so ging es dann mitsamt Kamera und Schlafsack los.
 
In Neuseeland darf man nicht mehr als 100km/h fahren. Hört sich für uns Deutsche wie eine Strafe an, aber wenn man sich das genau ansieht ist es gerechtfertigt: Die Autobahnen sind (außer Reichweite der Metropolen) bestenfalls mit einer Landesstraße zu vergleichen und zu 90% unmöglich mit (erlaubter) Höchstgeschwindigkeit zu bewältigen. An den Kurven gibt es meistens Richtgeschwindigkeiten, damit man sich nicht verschätzt. Ist für Touristen sehr hilfreich. 😉
 
Die große Freiheit genießend hielt ich überall nach Lust, Laune und Abbiegemöglichkeit an und schoss Fotos. Der erste Halt war am Lake Tutira.

Haus am See

Das Mohaka Viadukt (erbaut 1936, fungiert als Eisenbahnbrücke) ist mit 95 Metern das höchste Bauwerk seiner Kategorie in ganz Australasien.

Im Wald roch es nach Ziegen und ich sah auch welche in einiger Entfernung. Direkt neben dem State Highway 2 leben also Ziegen im Gebüsch, gut zu wissen.

In Mahia checkte ich auf einem, dank Nebensaison sehr günstigen, Holidaypark ein und parkte auf einem der wenigen Plätze mit Meerblick. Ein Holidaypark ist im Grunde ein Hostel ohne Zimmer, weil man mit eigener Behausung (Auto, Zelt, Wohnmobil) anreist.
Aber das Ankommen war nur ein Teil meines Plans…

So möchte man Willkommen geheißen werden.

Ich änderte meinen Standpunkt, um einen klaren Blick gen Westen zu bekommen. Denn obwohl die Sonne hierzulande mittags im Norden steht, geht sie dennoch im Westen unter…

Das bin übrigens ich ohne Bart. 😉

Wolken können auch Schatten auf die Unterseite anderer Wolken werfen.

Nachdem ich die Sonne gebührlich verabschiedet hatte, fuhr ich dann zurück und verbrachte meine erste Nacht im Auto. War ganz schön kalt, aber man muss manche Dinge im Leben ja mal gemacht haben… 😀
So fiel es auch nicht schwer, den Schlaf zu unterbrechen und eine Strecke zu fahren um den Aufgang der Sonne mitzuerleben. Das Gute an der Halbinsel ist, dass sie wie im Westen, so auch im Osten freien Blick auf das Meer gibt. Ich kann nur sagen, dass es sich lohnt! Steht früh auf, geht an einen schönen Platz und genießt dieses überwältigende Spektakel der Natur. Ob ihr währenddessen den Auslöser eurer Kamera oder jemand anderen drückt, bleibt eure Entscheidung. 🙂

Endlich meldet sich die Sonne…

…und der Himmel brennt.

Es wird licht in Neuseeland. Alleine der Wechsel von dunkel zu hell ist majestätisch.

Es ging für mich noch etwas hin und her auf der Halbinsel, bevor ich mich auf den Rückweg machte.

Auch wenn dies und das auf Bildern gut aussieht; wenn man davor steht, ist es viel viel schöner…

Tadaa, wieder was zum ersten Mal: Meine erste Portion Fish-and-Chips. Eins der Nationalgerichte… 🙂

Mein Vorarbeiter sprach auch vom ‚White Pine Bush‘, woran ich auf dem Hinweg erst vorbeifuhr. Jetzt hielt ich aber und durfte mich (als passionierter Tarzan-Fan) dem Anblick des Dschungels hingeben.
Wieder direkt neben dem Highway gelegen, ist das ‚White Pine Bush‘ – Reservat ein totaler Kontrast zur Umwelt. Es ist zwar nachträglich Touristen zugänglich gemacht worden, aber man fühlt sich nicht minder von der Natur umarmt…

Lianen gibt’s! 😀 Hatte leider meinen Lendenschurz nicht dabei, ansonsten hätte ich mich an den Lianen hochgeschwungen und wäre für ein paar Tage im Dickicht verschwunden und hätte Leoparden gejagt, Gorillas gesucht und mich nur von Früchten und Termiten ernährt… 😀

Die Wurzeln der Kahikatea-Bäume dort sind gewaltig.

Ich hole jetzt mal die Wäsche rein, nachher gibt es Auflauf mit so ’ner Tomatensoße aus dem Glas (ist irgendwie in meinen Einkaufskorb gefallen), Hähnchenbrust und Nudeln. 🙂
Morgen dann wieder zur Arbeit und so geht der Alltag… Aber bald, bald wird der letzte Apfel gepflückt sein und dann fängt ein ganz neues Kapitel an…