Weit habe ich es gebracht.
Ich sitze in der Premium Plus Lounge auf der neuesten Interislander-Fähre, esse das komplementäre Frühstück, ziehe kostenlos Kaffee aus einem Jura-Vollautomaten, lade sämtliche meiner elektronischen Geräte an meinen hochgeschätzten Mehrfachsteckern, um mich herum nur ältere, ruhige Leute und ich bin zufrieden mit mir und der Welt.

Wie könnte die 8. und letzte Überfahrt zwischen den beiden Inseln besser aussehen? Vielleicht wenn ich den Luxus hier mit Elvis teilen könnte, aber es gab nur einen Gutschein zu meiner Nautical-Miles-Karte. Diese besitze ich auch nur aus dem Grunde, einen oder zwei Dollar zu sparen auf der Fähre…
Nun, auch beste Freunde brauchen hier und dort etwas Auszeit voneinander. 🙂

Ich bin mir sicher, kein anderer Backpacker nimmt die Fähre verrückte acht mal von Insel zu Insel. Aber so musste dass sein. Einmal für ein geradezu magisches Wochenende mit den besten Au Pairs der Welt, einmal alleine mit Ungewissheit um meine Zukunft, einmal mit meinen Eltern und einmal mit Elvis. So fuhr ich auf die Südinsel. Meine Leser werden das wissen. 😉 Und immer kehrte ich voll und zufrieden zurück. Und immer wieder freue ich mich meine liebe Stadt Wellington wieder zu sehen. Dort fing einmal alles an und dort wird einmal alles enden…

Die letzten Tage auf der Südinsel waren wie zu erwarten mit vielen Gedanken zum ‚letzten Mal‘ erfüllt. Und wie wir die letzten Male genutzt haben!

 

 

Ein letzter und einmaliger Abschied von Ric, meinem Mitbewohner/ Vermieter für 2 Wochen in Dunedin. Ein komischer Kauz, aber nicht weniger nett dafür. 😀 

Jahrgang ’94

Wir machten uns nach dem Abschiedsbesuch in Dunedin auf den Weg gen Norden nach Queenstown. Dort erwartete uns Abenteuer über Abenteuer!

 

 

Die ‚Remarkables‘, eine spektakuläre Bergkette!

Teil der Abenteuer waren die Speisen! In Queenstown ist bekanntlich die Ferg-Kette vertreten und erfreut sich legendären Ruhms. Wir aßen zum letzten Mal einen unschlagbaren Burger, ein unvergleichliches Eis und einen unnachahmlichen Pie dort!

 

 

Allein die Speisekarte des Fergburger ist ein Kunstwerk für sich! 🙂

 

 

 

Queenstown bietet jede erdenkliche Art von Sport und Erlebnis. Aufs Wasser zog es uns jedoch nicht…

Vielmehr zog es uns in die zerklüfteten Canyons in der umliegenden Gegend…
Dort ist mit 134m der höchste Bungee Neuseelands beheimatet.

 

 

Tief und gewaltig tut sich der Abgrund auf.

 

 

Nicht vor Angst, sondern vor lauter Vorfreude schlug mein Herz hoch. Die eigene Entscheidung zu springen, die mir beim Fallschirmsprung gefehlt hatte, sollte nun in meiner Hand liegen.
 
Ohne jeden Gedanken der Umkehr springe ich. Für ein paar wenige Sekunden frei, nur das Gefühl des Fallens im Kopf und das lauter werdende Rauschen des Windes in meinem Ohr rase ich dem Grund entgegen. Das Gummiseil fängt mich und lässt mich ein paar mal vor- und zurückfedern.
Wahnsinn! Und nichts außer des doch ziemlich hohen Preises und der festen Weiterfahrtspläne würden mich von einem weiteren Sprung abhalten!

 

 

So arbeiteten wir uns immer weiter hoch gen Norden der Südinsel. Immer näher zu der Gegend, die ich als erstes von dieser wundergefüllten Insel sah…

 

 

Die Felsen am Ufer des Pelorus River.

 

 

Der Fjord, an dem wir damals mit lieben Freunden ein Wochenende verbrachten.

So schließt sich das Kapitel. Die letzte Strecke, die ich von der Südinsel hinfort nehme, ist dieselbe die wir damals auf sie hinauf nahmen…

Und ich sitze und denke über die Zeit nach. Die Zeit die noch kommt und die Zeit die hinter uns allen liegt. Und welchen Einfluss sie auf uns hatte.
Und wir alle können glücklich sein über diese großartige Möglichkeit. Und die Zeiten die kommen seien nicht weniger großartig als die, auf die wir zufrieden zurückblicken!

 

 

Ein Teil meines lukullischen Frühstücks in der Premium-Plus-Lounge. Wie gesagt, als stinkender Backpacker lässt man es sich auch mal gut gehen. 🙂